Spahn – Harrenstätte

A Ereignisse


Bedeutende Ereignisse und Zeiteinschnitte in Spahn und Harrenstätte

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Um 4000 v.Chr.
Beginn einer Klimagunstphase.
Das Gemeindegebiet wird mit der Trichterbecherkultur in den Ackerbausektor Nord-Mitteleuropas einbezogen

Um 3500 v.Chr.
entstehen die hier noch im 18. Jahrhundert besonders zahlreich erhalten gebliebenen Megalithanlagen (Großstein- bzw. Hünengräber)

Ca. 2800 bis ca. 2500/2200 v.Chr.
Leichte Klimaverschlechterung und aufkommende Unruhe im Siedlungsraum.
Einzelgrabkultur und Streitaxtfunde.

Ca. 2500/2200 bis ca. 1300 v.Chr.
Frühe Bronzezeit. Bedeutende Schwertfunde vom „Typ Sögel“ in Spahn „auf dem Flaikamp“ und in der „Herrenholzdille“.

Ca. 1300 v.Chr. bis ca. Chr. Geb.
Jüngere Bronze- und vorrömische Eisenzeit. Mehrere teilweise noch erhaltene Grabhügelfelder (s. die „Männige Bergen“ in Spahn) deuten auf dichtere Besiedlung hin.

Ca. Chr. Geb. bis ca. 800 n.Chr.
Germanische Zeitepoche. Mehrere Münzschätze aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. in Spahn und Harrenstätte und eine Bronzestatue des Mars belegen Kontakte der Bevölkerung zum Römischen Reich um 400 n.Chr.

Zwischen 500 und 700 n.Chr.
„Jungeisenzeitliche Siedlungsdepression“.
Vermutlich massiver, klima- bzw. pestbedingter Wegzug der Bevölkerung

776-804 n.Chr.
Sachsenkriege Karls des Großen. Das Emsland wird Teil des Frankenreichs und christianisiert.
Meppen wird zur Missionszentrale des Hümmlings.

834 n. Chr.
Überträgt der fränkische Kaiser Ludwig der Fromme die Meppener Missionsstation dem Kloster Corvey, dass in den kommenden Jahrhunderten starken grundherrlichen Einfluss im Hümmling ausübt.

1079 n.Chr.
Der Bischof von Osnabrück erkämpft sich die Diozesangewalt im Hümmling, während das Gebiet grundherrschaftlich stark zersplittert und verstärkt den Machtinteressen des Münsteraner Bischofs, der Ravensberger und Tecklenburger Grafen ausgesetzt ist.
Die Mehrheit der Spahner und Harrenstätter Bauern kann aber ihre persönliche Freiheit und das Eigentumsrecht über ihre Höfe wahren.

11. Jahrhundert
In einer vor 1079 zu datierenden Heberolle des Klosters Corvey, in der dessen Besitzungen und Einkünfte in den Gebieten an der Ems aufgeführt sind, findet sich die früheste Erwähnung von ‚Spana‘ und ‚Hardenstedi‘, die den ‚Großen Zehnt‘ (= Kirchenzehnt) als Frucht- und Viehabgabe entrichten müssen.

11. Jahrhundert
Bobbo aus Spahn, ein leibeigener Bauer, hat an Corvey jährlich zusätzlich eine Abgabe von 13 Maltern Getreide, einem Wollkleid und einem Schaf zu leisten.

1100
Erste urkundliche Erwähnung der Kirche in Werlte (St. Sixtus), der die Harrenstätter zugehörig sind,

1150
Errichtung einer, wohl auf einem älteren Holzbau folgenden Steinquaderkirche in Sögel (St. Jacobus maior), zu der auch die Spahner beizutragen hatten.

1276
ist ein ‚Hus to Hardenstede‘, d.h. einer der acht Vollerbehöfe vor Ort, gräflich Oldenburger Lehen

1317
erhält Otto von Düthe vom münsterschen Bischof einen Hof zu ‚Harenstede‘.

1344
Neubau und Weihung einer aus Kieselsteinen errichteten Kirche in Werlte

Um 1350
Große Pest. Starker Bevölkerungsrückgang, Klimaungunst (sog. Kleine Eiszeit ab 1300) und politische Wirren.

Um 1360
Steven van ‚Spene‘, Beerbter, bischöflich münsterischer Lehnsträger, wird mit dem Hof in Spahn (h. Hof Stevens) und drei Höfen in im Kirchspiel Werlte (‚Swarten huis‘, ‚luttiken Benteken erve‘ und des ‚langen Benteken erve‘ zu Lorup) belehnt.

1363
Überfall des Vogts von Cloppenburg (tecklenburgisch) auf das zum Bischof von Münster tendierende Kirchspiel Werlte.
Ein Mensch wird erschlagen.
Geraubt werden 94 Kühe und 993 Schaffe, 300 Schweine, 33 Pferde und 98 Mark an Geld.

1364
Friedrich von Brae aus Wahn wird vom Bf. v. Münster u.a. belehnt mit Dethardes Hof in Spahn und dem curtis (Meierhof) ‚to Hardensteyne‘ ‚dicta (genannt) Hannikens des Pellensers hove‘ (gemeint ist wohl jene Hofstelle, aus der durch Teilung später Hof Kröger und Fedder hervorgingen).

21. Januar 1394
Freibauernurkunde. 

Nachdem sich der Bf. von Münster als Landesherr gegen die Teklenburger Grafen militärisch im nördlichen Emsland durchgesetzt hatte, unterstellen sich die Hümmlinger Freibauern, u.a. Hyllen Hane und Lybbingh Hane aus Spahn sowie Lubbeke Vords und Lubbeke, Dajen Sone, aus Harrenstätte, bei Wahrung ihrer persönlichen Besitzrechte und Freiheit seiner Landesherrschaft.
(Was bedeutet Freibauernurkunde)

1449
Vergebliche Erhebung der Hümmlinger Bauern gegen den Bischof von Münster

1483
Sommer, der von einem Winter nicht zu unterscheiden ist, im Emsland.
Es folgt ein Jahrzehnt der Kriege und des Hungers.

1492
„wardt eine duerre Tydt in Emslande, dat ein molt Rogge Meppener mathe (250 ltr.) guelte vif goltgulden“ (Anm.: 80 Goldgulden = damaliger Wert eines großen Bauernhofes)

1499
Das ‚Register Exactionum im Emesland‘, ein nach Dörfern und Bauernschaften gegliedertes Abgabenverzeichnis, führt 27 Menschen in ‚Hardenstede‘ auf, die älter sind als 12 Jahre, und 32 Menschen in ‚Spaen‘.

1500
Der Richter auf dem Hümmling, Nikolaus Kerstiens, verurteilt die Spahner, die ihren Nachbarn (gemeint sind die Sögeler) „eynen meygboem affgehouwen“ und entwendet hatten.

1534
Im Pflugschatz- und Viehschatzregister, einer wegen des Widertäuferkrieges in Münster erstellten Abgabenliste, werden die Spahner und Harrenstätter Erben und ihr Vieh- und Eigenbesitz verzeichnet.
(Erste Erbkötter u. Brinksitzer)

1538 – 1547
Oldenburger Fehde.
Durch Plünderungen werden die Kirchspiele Werlte und Sögel hart in Mitleidenschaft gezogen.

1543
Mit der im Niederstift Münster eingeführten reformatorischen Kirchenordnung wird auch der Hümmling von der Reformation erfasst und gilt um 1570 als lutherische Region.

1545
Erneute genaue Listung der Erben, Erbkötter und Brinksitzer in einem aus Anlass des Türkenkrieges erstellten Viehschatzregister. (Spahn + Harrenstätte)
Auffällig sind der nun schon hohe Schafbestand auf jedem Hof und die teilweise hohe Verschuldung der Bauern.

Nach 1558
Die Harrenstätter und Werlter kämpfen um ihre Weiderechte östlich von Lorup gegen die Loruper Eingesessenen.
Ein erster Vergleich kommt 1592 zustande, der den Harrenstättern ihre Rechte am Gehlenberg und am Krummen Berg (h. Rasthofer Gebiet) bestätigt.

1580
Schwere Missernten im Hümmling

1580 – 1609
Mehrfach starke Bedrückung des Hümmlings durch spanische und holländische Truppen im Rahmen des Niederländischen Freiheitskampfes.

1613
Fürstbischof Ferdinand von Münster leitet die Gegenreformation im Hümmling ein.
Vertreibung der protestantischen Prediger und Einsetzung katholischer Priester und Ordenbrüder in die Pfarreien Werlte und Sögel.

1615-1618
Erneute Gebietsstreitigkeiten der Harrenstätter und Werlter Bauern gegen die Loruper wegen der Viehbeschlagnahmungen im Schwarzen Moor

Herbst 1622
Im Hümmling beginnt mit der schweren Bedrückung durch die protestantischen Truppen des Grafen Ernst von Mansfeld die Unglückszeit des 30-Jährigen Krieges

24.7.1624
Der Eigenhörige Claus Toler zu Spahn und dessen Frau Anne, kaufen sich und ihr Erbe in Spahn frei von Friedrich Freiherr von Schwarzenberg zu Hohenlandsberg und Oldersum und dessen Frau Sibilla von Plettenberg.

Im August 1623
folgen die katholisch-ligistischen Truppen unter dem Feldherrn Tilly und besetzen das Niederstift.
Erneut schwere Plünderungen und Brandschatzungen im Hümmling.

März 1625
Dänische Truppen kurzzeitig auf dem Hümmling

1633- 1638
Schwedische Truppen besetzen und beherrschen den Hümmling.
Wiedereinführung des Protestantismus

1638
Kaiserlichen Truppen unter Alexander Graf von Velen gelingt es erneut , das Amt Meppen und damit auch den Hümmling unter Kontrolle zu bringen.

1647 – 1648
Letzte und schlimmste Phase des Krieges.
Schweden, Kaiserliche und Hessische Truppen kämpfen im Hümmling oder durcheilen ihm.
Die Bevölkerung flieht auf Monate hinaus ins Moor oder in benachbarte Provinzen.
Harrenstätte wird von den Schweden mit Kanonen beschossen.

1650
Offizieller Schadensbericht des Rentmeisters im Emsland.
Mehrere Höfe in Harrenstätte und Spahn haben neue Besitzerfamilien.
Die Bauern im Hümmling leiden größte Not.
Sie werden in den Steuerlisten nur noch als Halb- oder Viertelerben kategorisiert.
„Würde (man) jetzt v(on) d(en) Leuten noch Gewinn verlangen, so könne dieser nur durch Zwangsverkäufe beygetrieben werden.
Weiber und Kinder würden das Land verlassen und betteln gehen, die Männer als Tagelöhner arbeiten, die Häuser (würden) leer stehen und verfallen und die Ländereien veröden.“

1652
In einem Schatzungsregister werden alle Erben in Harrenstätte als „frey“ oder „Freymänner“ bezeichnet.

1655
Kommunikantenregister des Kirchspiels Werlte deutet auf damals 50 – 55 Einwohner für Harrenstätte hin.

1652-1659
Prominenter Jagdbesuch im Hümmling.
Der norddeutsche Großadel, darunter die spätere Mutter des Königs von England, gehen im Seen- und Sumpfgebiet um Harrenstätte und Lorup auf Reiherbeize.

1665 – 1666 u. 1672
Münsterländisch – Holländische Kriege unter Bischof Christoph Bernhard von Galen.
Starke Besteuerung der Dörfer auf dem Hümmling.

27.6 – 28.11.1666
Schwere Pestepidemie im Kirchspiel Sögel.
Es sterben in kurzer Zeit u.a. 11 Spahner, davon eine Frau aus der Familie Hülsmann, sieben Personen aus der Familie Voß und drei aus der Familie Backmann.

1672
In einer Steuerliste für Harrenstätte tauchen neben den Beerbten neue Familien bzw. Höfe auf.
Im Lauf von 100 Jahren entstehen - vor allem entlang der heutigen Ostenwalder Straße und der späteren Hauptstraße Richtung Spahn mehrere Brinksitzer- und aus Heuerlingshäusern hervorgehende Eignerstellen.
Es sind dies die späteren Höfe ‚Hömmen‘, ‚Heitmann‘, ‚Oldopp‘), ‚Rüdebusch‘, ‚Lünswilken‘, ‚Klaas‘, ‚Wigbers‘), ,Jansen‘, ‚Meercloas‘, und ‚Parckes‘ (sp. das Gasthaus ‚Broerken‘)

1677
Einführung der allg. Schulpflicht im Niederstift Münster.
Vielleicht schon jetzt, sicher aber seit 1720, findet den Winter über in Harrenstätte ein begrenzter Schulunterricht statt.

1682
Pfarrer Jodocus Cappenberg aus Werlte bekehrt den letzten Lutheraner in Harrenstätte

4.10.1690
Die Harrenstätter Bauern kaufen der von Tetta von Plettenberg den ihr gehörenden halben Kirchenzehnten über das Dorf ab und erleichtern damit auf Dauer die Abgabenlast.


1698/99
Schlechte Ernteergebnisse.
Der Preis für den Scheffel Roggen steigt um das Vier- bis Fünffache.
Folge: Hohe Sterblichkeit in Spahn und Harrenstätte.

1698 – 1706
Heftige Auseinandersetzungen u.a. der Spahner und Harrenstätter Bauern mit der Obrigkeit wegen der Ausdehnung der Hand- und Spanndienste und der Einführung neuer Dienstgelder.
Ein Teil der Maßnahmen wird zurückgezogen.

1707
Die Spahner Bauern beschweren sich wegen eines amtlichen Holtzentnahmeverbotes in den Gemeindewäldern und einer drohenden Klage wegen unerlaubten Holzfällens.
Sie beklagen selbst die illegale und übermäßige Holzentnahme durch die bischöflichen Amtsträger und Behörden.

1711
Spahner Glocke am Turm bei der Schule eingehängt.
Funktion als Not- und Mahnglocke (zu Gebet und Gottesdienst)

1717/18
Frost- und Hungerjahre. Überaus hohe Sterblichkeit.

1737 – 1749
Bau des Jagdschlosses Clemenswerth bei Sögel sorgt für Aufruhr wegen der übermäßig und rechtswidrig eingeforderten Dienste und illegaler Holzeinschläge.
Die Spahner und Harrenstätter Bauern, die sich mehrfach verweigern, werden gepfändet, Soldaten werden auf die Höfe einquartiert.
1740 läutet in Spahn die Notglocke, um die Steuereintreiber zu vertreiben.
Der Urheber, Wilke (=Wilhelm) Stevens, wird zu einer Strafe von 10 Schilling verurteilt.

1740
Große Hungersnot im Hümmling.
Ein überaus langer und kalter Winter vernichtet bzw. verzögert die ganze Ernte.
Ein Großteil der Schafe, Schweine und Rinder stirbt in der Kälte bzw. wird wegen Futtermangel notgeschlachtet.

1749/50
Ein in dieser Zeit erstelltes Seelenregister verzeichnet für Harrenstätte 157 Einwohner.
In Spahn werden 179 Personnen aufgeführt.
In beiden Orten sind die Brinksitzer und Heuerleute mittlerweile in der Mehrheit.
Genannt wird als Lehrer (ludi magister) in Harrenstätte ein Henricus Wilckens.
Der Spahner Hermann Cronabeln (25 J.) wird im Landfolgeregister von 1777 als dortiger Lehrer erwähnt

1756 – 1764
Siebenjähriger Krieg.
Wechselnde Heimsuchung der Dörfer durch Preußen u. Franzosen.
Schwere Not und Verschuldung!

28. Juni 1764
Amtlicher Befehl aus Münster an den Holzrichter zu Lathen zur einer Untersuchung von illegalem Holzeinschlag und -verkauf in der Gemarkung Spahn.


1778
„Landesaufnahme des Amtes Meppen“ durch Philipp Ernst Colson.
Das so bezeichnete Kartenwerk liefert genauere Einblicke in die Spahner und Harrenstätter Gemarkung, die Lage der Eschkulturen, der verbliebenen Restwälder und der mittlerweile ausgedehnten Heideflächen.

1779
Epidemie (Paratyphus?): 15 Sterbefälle in Harrenstätte, davon 12 Kleinkinder!

August 1783
Der Visitator Bernhard Overberg besucht Spahn und Harrenstätte, um die Qualität seines Schulunterrichts zu prüfen.
Der Harrenstätter Lehrer „gleich aus einem Schäfer zum Schulmeister geworden“ ist als Hollandgänger abwesend.
„Die Kinder konnten zum Theil dennoch ziemlich gut lesen.“
Hermann Kronabeln aus Spahn hingegen „kann nicht rechnen“, wohl aber ist seine „Art den Kindern das Brief-Schreiben zu lernen […] auch nicht übel.“


Winter 1783
Unerträgliche Kälte über fast 13 Wochen hinweg bedingt durch den Ausbruch des Laki-Kraters in Island. Schwefelhaltiger „trockener Nebel“ legt sich schon im Juni über die Gegend.
Im Winter friert die Ems zu.

1788-91
Neue Rechtsstreitigkeiten um die Nutzung des Gehlenberges und den „Krumme Berg“ durch Werlter und Harrenstätter Bauern.
Eine von Lorupern betriebene Koloniegründug am Gehlenberg scheitert vorläufig.

1797
Behördliche Klage gegen die Harrenstätter wg. Waldfrevels u. Zerstörung der Neuanpflanzungen in der Gemarkung

1798
Klage gegen die Spahner Bauern wegen „gesäumeter Instandhaltung des Telgenkamps“ und illegalem Plaggenstechen.

1800
Um diese Zeit leben etwa 250 Menschen in Spahn und 200 in Harrenstätte.

25.02.1803
Dem Herzog von Arenberg wird vom Reichsdeputationshauptschluss das Amt Meppen aus dem Hochstift Münster zugesprochen.
Damit endet für Spahn und Harrenstätte die sog. „Münsterische Zeit“.

1803 – 1810
Streitigkeiten der Spahner und Harrenstätter Bauern um den Verlauf der gemeinsamen Markengrenzen und die Nutzung der Dose (= des Richtemoores bei Börger).
Schlichtungsversuche in dieser Zeit sind erfolglos.


1805
Kartenwerk des Vermessers Karl-Ludwig von Le Coq erstellt nach dem trigonometrischen Verfahren.
Das damalige Ortsbild von Spahn und Harrenstätte ist klar erkennbar.

1806
Interessenten aus Harrenstätte, Bockholte und Werlte reaktivieren das Kolonisationsprojekt am Gehlenberg, welches durch den Widerstand der Loruper Erben erst 1809 mit der Gründung von „Neuarenberg“ realisiert werden kann.
In der Folge endet langsam die Harrenstätter Weidenutzung in dieser Gegend.
Eine endgültige Trennung der Kolonie Neuarenberg von den Muttergemeinden Werlte, Bockholte und Harrenstätte erfolgt 1855-60.

1808
Hermann Jansen und Hermann Griep aus Spahn errichten eine Bockwindmühle zur Verarbeitung von Getreide und Buchweizen an der Grenze zwischen Spahn und Harrenstätte.
Sie ist bis zum Jahr 1911 in Betrieb.


1808
Heinrich Docters Lehrer in Harrenstätte.
Er hatte die ‚Normalschule‘ in Münster absolviert und arbeitet mit neuen Lehrmethoden bis 1850.
1810 wird ihm dafür eine amtl. Zulage gewährt.
Lehrer in Spahn ist (bis 1826) Hermann Hermes.

13.12.1810 – Oktober 1813
Harrenstätte und Spahn sind Teil des französischen Kaiserreiches.
Harte Bedrückung durch hohe Steuern und Kontributionen.
Brutale Rekrutierung von Soldaten für die Grande Armee.
Schleichhandel mit Schnaps, Kaffee, Tabak und Textilien als Folge der gegen England gerichteten Kontinentalsperre.

Nov. 1813 - Anfang 1814
Zusammenbruch der Französischen Herrschaft.
Russische Verbände besetzen kurzfristig Spahn und Harrenstätte.
Danach beginnt ein Jahr der preußischen provisorischen Verwaltung.

1. Januar 1815
Spahn und Harrenstätte werden Teil des Königreichs Hannover, doch behält der Herzog von Arenberg seine Standesrechte im Hümmling.

Herbst 1819
Errichtung von baugleichen, jeweils in Steinziegelmauerwerk errichteten Schulen in Spahn und Harrenstätte.


1825
Einwohner Harrenstätte: 240; Spahn: 310.

1825
Einrichtung von zwei -mit Torf geheizten – Feldziegelleien in der Harrenstätter Gemarkung.
Sie liefern in den folgenden fünf Jahren die Ziegel für die neue Werlter Kirche.
Wenig später entstehen (im Tickelbusch) die Ziegeleien von Ramming-Freesen und Tholen in Spahn.

1826
Johann Wilh. Hermes ist Lehrer in Spahn (bis 1842).
Danach folgt (bis 1872) Gerhard Heinrich Stevens.

1830 – 1832
Abbruch und Neubau der Werlter Kirche unter starker finanzieller und persönlicher Beteilung der Harrenstätter Eingesessenen.
Zum Transport der rd. 1.000.000 Ziegel wird die heutige Werlter Straße als Fahrdamm durchs Moor aufgeworfen und befestigt.

1830
Einführung des Schulunterrichts in Spahn und Harrenstätte auch im Sommer (7.9 Uhr).
Fächer: Religion, Deutsch, Rechnen, Singen und Weltgeschichte.

1832
In einer Häuserliste von Spahn werden 294 Einwohner aufgezählt.

1832
Mit Johann Jansen (Harrenstätte) erstmalige Erwähnung eines Studenten in Spahn und Harrenstätte.
Er wird Später Pastor in Lahn.

1840
Ablösung der dem Herzog von Arenberg zu leistenden Hand- und Spanndienste durch die Harrenstätter für 1240 Reichstaler.

1842 – 1847
Schwere Mißernten, schlechte Verdienstmöglichkeiten, schwere Schuldenlasten und der Niedergang der Hollandgängerei verschärfen die wirtschaftliche Depression in Harrenstätte und Spahn

1846
Mit Lambert Dröge und Bernhard Gertken reisen die ersten von (im 19. Jahrhundert) insg. 33 Einwohner von Harrenstätte nach Amerika aus.
Im gleichen Jahr sind mit Gerhard Kohnen, Johann Herrmann Sandelmann, Maria Elisabeth und Walburgis Schrand vier Spahner/innen unterwegs.
Bereits 1837 war Johann Wilh. Kronabeln ausgewandert.
Bis 1900 folgen noch 30 Personen aus diesem Ort.

Okt. 1847
Die seit 1841 laufenden Verhandlungen mit dem Freiherrn von Exterde über die Ablösung des verbliebenen halben Kirchenzehntes enden damit, dass die Eingesessenen von Harrenstätte sich mit 7.666 Reichstalern und 16 Gute Groschen bis Juli 1848 aus allen Verpflichtungen loskaufen.

01.05.1851
Auf Lehrer Heinrich Docters folgt in Harrenstätte sein Schwiegersohn Liborius Baalmann im Amt des Schullehrers.
Er ist bis Ende Februar 1890 im Dienst.

1852
Gemäß einer amtlichen Erhebung hat Harrenstätte 280 Einwohner.
Bis zum Jahr 1858 sinkt die Zahl auf 256.

1852
Nach erneuten Streitigkeiten ums „Richtemoor“ beschließen die Spahner und Harrenstätter das Gebiet an Interessenten zu verpachten und aus den Erlösen eine gemeinsame Kirche zwischen beiden Ortschaften zu errichten.
Nach Abwendung der Besitzansprüche aus Lorup kann die Verpachtung im Januar 1857 beginnen.

1858
Klärung der Markengrenzen zwischen Harrenstätte und Lorup

1858/59
Sechs Spahner Familien und eine Harrenstätter Familie wandern nach Thet (Comitat Raab) in Ungarn aus.

1860
Ablösung der jährlichen Hand- und Spanndienste der Harrenstätter für die herzogliche Domänen-Inspektion Meppen durch eine Summe 1240 Reichsthaler.

1860
Erneuerung des Spahner Schulgebäudes.
In diesen Jahren lagert hier schon eine Brandspritze zur Feuerbekämpfung

18.05.1860
Allodifikation des Lambert Steven’schen Erbes zu Spahn.
Damit endet die seit 1364 bezeugte Lehnsabhängigkeit des Hofes Stevens.
Sinnbildlich markiert dies das Ende der Feudalzeit.

1864
Abriss der alten Kirche in Sögel. Bis 1871 Errichtung der neuen Backsteinkirche, mitfinanziert und getragen durch die Spahner Eingesessenen.

1865/66
Gegen den Willen der Pastore in Sögel und Werlte und wegen amtlichen Widerstandes kann der Kirchenbau als Privatbau im Januar 1866 vollendet werden.
Die Einweihung erfolgt am 7. März 1866.
1. Seelsorger: Stephan Tholen.
Kosten für die Errichtung von Kirche und Pastorat: 35.817 Mark.

Nach 1866
Bei der Kirche entwickelt sich in den nächsten Jahrzehnten die „Neustadt“ zum nicht landwirtschaftlichen Zentrum für beide Gemeinden (Um 1910: neben der Kirche 11 Häuser)

1866
Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen. Spahn und Harrenstätte werden Teil der – vorerst ungeliebten – Hohenzollern-Monarchie.

1875
Johann Wilhelm Stevens führt (bis 1891) die Spahner Schuler

1872 – 1886
Kulturkampf in Preussen.
Schwere Einschränkung bei der Praxis des Gottesdienstes in der neuen Kirche.

1875
Einwohner Harrenstätte: 274; Spahn: 288

1875
Regulierung der Grenze zwischen Werlte und Harrenstätte

1874
Endgültige Feststellung der Gemeindemarkengrenzen zwischen Spahn und Harrenstätte, nachdem es seit 1857 immer wieder zu Rechtshändeln und Zwischenfällen gekommen war.

1878
Entstehung der Spahn-Harrenstätter Schützengesellschaft

10.05.1879
Brand des Pfarrhauses. Das Richtemoor - bisher verpachtet – wird für 27.912 Mark verkauft.

1882
Pastor: Xaverius Terlunen Seelsorger bis 1884.
Die Privatkirche Tholen wird an die Markengemeinde Spahn und Harrenstätte abgegeben

1886
Pastor Hermann Tepe bis 1890

1888 – 1902
Spezialteilung der Spahner Mark

1888
Antrag der Harrensstätter Grundbesitzer auf Ablösung von Weideberechtigungen im sogenannten Herrenholze in der Spahner Gemarkung.
Zuvor (1877) hatte es noch Kontroversen wegen Heideverkaufs aus diesem Waldstück gegeben.

1890
Pastor Hermann Robben bis 1897

1890
Lehrer Baalmann geht in Pension.
Lehrer Schulhoff bis 1900 in Harrenstätte tätig

1891
Herman Heinr. Oldiges aus Stavern als Lehrer in Spahn bis 1921.

1896
Erste feierliche Fronleichnamsprozession.
Erste Frühmesse.
Friedhof für Begräbnisse eingeweiht

1897
Pastor Bernhard Ellerhorst bis 1900.
Genehmigung zum Lesen der Frühmesse an den Sonntagen

1899
Gründung der Spar- und Darlehenskasse e.G. in Spahn-Harrenstätte.
Erste Taufe in der Kirche.

1900
Bevölkerung Spahn (Personen): 261; Harrenstätte: 254

1900 – 1913
Teilung der Harrenstätter Mark und die Verkoppelung des Brinkbodens

1902
Feuerlöschwesen in Spahn-Harrenstätte neu organisiert.

1903
Pastor Alois Urberg in der Kirchengemeinde tätig bis 1914.
Lehrer Deters in Harrenstätte bis 1909.

1909
Lehrer Fischer in Harrenstätte bis 1929

01.04.1910
Erhebung Spahn Harrenstättes zur Kuratiengemeinde.
Zuvor löste sich Harrenstätte gegen eine Abfindung von 4145,85 Reichmark endgültig aus dem Pfarrverband Werlte und Spahn für 10100 Goldmark aus der Pfarre Sögel.

1911
Gründung und Betrieb der Spahn-Harrenstätter Genossenschaftsmolkerei

1911
Einrichtung einer Dampfkornmühle mit mehreren Mahlgängen in der Molkerei.
Am 1.10.1911 erfolgt dann die Stilllegung der Bockwindmühle

1911
Beschluss zur Neugründung des Schützenvereins (Gaststätte Perk).
Eigenes Standesamt für beide Dörfer in Harrenstätte.

1912
Einrichtung einer Poststelle in der Neustadt

1912
Straßenbau in Harrenstätte begonnen.
Wegen Unterbrechung durch Krieg und Inflation Fertigstellung bis 1927

1912
Bezug des neuen, größer dimensionierten Schulgebäudes in Harrenstätte bei Hof Lünswilken

1913
Beginn der Bauarbeiten an der Landstraße von Sögel nach Spahn und Harrenstätte

01.08.1914 – 11.11.1918
1. Weltkrieg.
In den Kämpfen an der West- und Ostfront sterben insg. 13 Harrenstätter und 13 Spahner Männer

1914
Einführung Pastor Johannes Haber (er weilt im Dorf bis 1919).

Winter 1914/15
Mängel in der Lebensmittelversorgung führen zu ersten drastischen Preissteigerungen.
Lebensmittelrationierung und Zwangsbewirtschaftung bewirken eine starke Kontrolltätigkeit der Behörden bei den Bauern.

Herbst 1916
Durch Personalmangel, das Fehlen von Zugpferden und Kunstdünger reduzieren sich die Ernteergebnisse weiter.
Massenschlachtungen von Vieh sorgen nur begrenzt für neue Getreidequellen.

Februar 1915
Einberufung von Lehrer Fischer.
Die Harrenstätter Kinder gehen bis April 1917 in die Spahner Schule. Ab April

1917
vertritt in Harrenstätte Frl. Angela Underbrink.

1916/17
Eine schlechte Kartoffelernte im Herbst 1916 führt zu Hunger und Mangelernährung (‚Kohlrübenwinter‘)

Frühjahr 1918
Abgabe der Kirchenglocken, Zertrümmerung im Turm

Herbst 1918
Spanische Grippe.
Viele Erkrankte und ein totes Mädchen.
Kriegsniederlage.

1919
Pastor Hermann Bröker bis 1934.
Lehrer Fischer (Harrenst.) aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

1919
Lehrer Zwingmann kommt für Lehrer Oldiges nach Spahn

1922
Abbruch der alten Bockwindwindmühle am Möhlenberg. Konstituierung eines Warengenossenschaftlichen Vereins.

1923 – 1924
Hyperinflation im Reich.
Vielfach Rückkehr zum Tauschhandel.

20.8.1923
finanziert durch Teilverkauf des Nordholzes (Gemeindeforst) erstrahlt erstmals das elektrische Licht in Harrenstätte.
Kosten: 130.000.000 Papiermark (Ortsnetz und Hochspannungsleitung)

1923
Gründung des Spahn-Harrenstätter Kirchenchores und (im Gasthof Broerken) Gründung des Sportvereins.

1924
Ortsvorsteher Oldopp bis 1927.
Der "Langen", ein letzter großer Birkenbestand, wird unter den Harrenstätter Markenberechtigten geteilt.
Abholzung bis 1927.

1925
Einwohner Harrenstätte: 354; Spahn 386

1926
Einweihung eines Ehrenmals der Gefallenen des 1. Weltkriegs bei der Kirche.

1928
Fertigstellung der Straße nach Werlte. Die Anlieger verpflichten sich, bei der Verbreiterung auf 14 Meter den Boden gegen Entschädigung abzutreten.
Die Harrenstätter Schule wird zweiklassig.
Lehrer Homann in Spahn bis 1930.
Nach einem Großbrand (Haus Ficker und Westendorf) bildet sich in Spahn eine Feuerwehrgruppe (30.07.1928), die in den nächsten Jahren durch Personal aus Harrenstätte verstärkt wird und (seit 1935) für beide Dörfer zuständig ist und regelmäßige Lehrgänge absolviert.

1929
Lehrer Hugenberg in Harrenstätte bis 1936.
Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Wilken (h. Kröger) brennen komplett nieder.

Herbst 1929
Weltwirtschaftskrise.
Sie beflügelt noch die Krise der Landwirtschaft im Hümmling.

08.05.1930
Großer Hausbrand beim Bauern Hermann Perk (h. Olliges/Docters) in der Spahner Klinkerstr.

1930 u. 1931
Große Freilichtspiele in Spahnharrenstätte mit teilweise mehr als 10.000 Besuchern (Leitung: Lehrer Hugenberg)

1931
Lehrer Redeker in Spahn bis 1937

28.01.1933
Machtergreifung Adolf Hitlers.
Die „Gleichschaltung“ beginnt.

05.03.1933
Letzte freie Reichstagswahl.
Nur 8,7 % der Harrenstätter wählen NSDAP, der große Rest – wie stets seit 1870 – die Zentrumspartei, die sich aber bald auflösen muss.

Juli 1933
Konkordat zwischen zwischen Reich und Vatikan (welches u.a. politische Predigten der Pastoren untersagte).
Mit der nun bemerkbar werdenden wirtschaftlichen Erholung findet man sich mit der Gleichschaltung oder Auflösung der örtlichen Verbände und Vereine ab.
Parteiarbeit (HJ u. SA), Radiopropaganda und Sport- und Kulturaktionen bewirken fortan eine Solidarisierung mit dem Regime.

1.04.1934
Frl. E. Hoppe wird von Spahn als Lehrerin nach Harrenstätte versetzt.
Anbau eines zweiten Klassenzimmers und – im Jahr darauf Ausbau der Lehrerwohnung

18.04.1934
Pastor Johannes Dobbe bis 1950

Mai 1934
Nach mehreren Jahren Vakanz wieder Schützenfest

1935
Für das scheidende Frl. Hoppe kommt zum 1. Januar die Lehrerin Frl. Elisabeth Heiß.

25.06.1935
des Reichsarbeitsdienstes.
Am 16.10. folgt die Wiedereinführung der Wehrpflicht (Kriegsvorbereitungen laufen auf Hochtouren).

1936
Lehrer Hugenberg geht.
Es folgt Lehrer Joseph Dietrich

1937
Der Weg von Harrenstätte nach Börger wird als Straße ausgebaut.
Schaffung einer Badeeinrichtung in der Genossenschaftsmolkerei.
Ab 1. April ist Harrenstätte mit in die Kraftpostverbindung einbezogen.
Lehrer Albert Polle in Spahn bis 1963.

1938
Die Ausweitung des Schießbetriebes auf dem Kruppgelände bei Meppen führt zur Evakuierung Wahns.
Im März wird den Harrenstätter Landwirten Grave, Dopp, Klaas, Kröger, Meiners, Oldopp, Konen und Timpker eröffnet, ca. 160 ha an die Reichsstelle für Landbeschaffung abzutreten, damit die Ersatzortschaft Rastdorf entsteht.

01.09.1939 – 08.05.1945
Durch Adolf Hitler provozierter Zweiter Weltkrieg.
An den Fronten fallen schließlich 41 Spahn-Harrenstätter.

12.04.1940
Blitzschlag im Kirchturm.
Starke Beschädigungen u.a. im Glockenhaus, auf dem Orgelboden.
Orgelmotorund Schalttafel vollkommen zerstört.

20.10.1943
Alliierte Luftflotten über Deutschland. Abschuss eines britischen Lancaster III-Bombers über Harrenstätte.
Sechs Tote liegen auf Anneken-Land.
Auch in der weiteren Umgebung (Werlte, Gehlenberg, Lahn, Peheim, Sögel) kommt es in dieser Zeit zu weiteren Bomberabstürzen.

25.09.1944
Deutschlands Kriegsfronten brechen zusammen.
Proklamation des Volkssturms.

11. April 1945
Besetzung beider Orte durch die von Westen vorrückenden Kanadier, drei Häuser in Harrenstätte durch Artilleriebeschuss komplett zerstört, dazu kommen vier Tote und weitere leichte und schwere Beschädigungen im Ortskern.

Bis 1948
große Not. Mangel an Lebensmitteln und Wohnraum, amtliche Kontrolle und Lieferungsvorgaben, Tauschhandel und Schwarzmarktwirtschaft prägen die Zeit.

26.05.1945
Spahn wird von auf Weisung der britischen Militärregierung von 1.000 Zivilpolen belegt.
Der Großteil der Bewohner wird in Harrenstätte untergebracht bis Mai 1947.

14.03.1946
Neugründung Sportverein Grün-Weiß Spahn-Harrenstätte

1947
Die Gemeinde Spahn erstellt vor dem Tickelbusch ein großes Steinkreuz zur Erinnerung an das Notjahr 1947.
Die von den Polen entwendete Brandglocke zurück gehängt.
Bürgermeister Johann Heermann, Spahn, wird (bis Nov. 1956) Landrat für den Kreis Aschendorf Hümmling.
Nikolausverein Spahn wird wieder aktiv.

1948
Währungsreform.
Einführung der DM.
Geld wird in der Schule für Spahn verteilt: pro Bewohner: 40,00 DM
Landrat Joh. Heermann (Spahn) auf weitere 4 Jahre gewählt.
Spahn und Harrenstätte feiern gemeinsam ein großes Sommerfest.
Im Juni 1948 erhält die Kirche eine neue Kirchenuhr.
Im August fand der Einbau einer Kirchenheizung statt.

1949
Die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft errichtet ein neues Lagerhaus.
Erstmals wieder ein Schützenfest nach langer Unterbrechung.
14. August: Wahlen zum Deutschen Bundestag ergaben in Harrenstätte für die SPD: 11, CDU: 217, DP 3, das Zentrum: 59 u. die FDP: 2 Stimmen.

01.01.1949
Johann Temmen Bürgermeister (Spahn) bis 1955.
Eigenständigkeit des LOV Landw. Ortsverein Spahn-Harrenstätte.

1950
Die Bevölkerung Harrenstättes ist durch den Zustrom von Flüchtlingen auf 550 Personen angestiegen, Spahn liegt bei rd. 420 Personen.
Zum ersten Mal seit der Reformation leben in nennenswerter Zahl auch Protestanten in der Gemeinde.
Pastor Wilhelm Scheperjans bis 1952. Unter ihm Bau eines Jugendheimes.
Am 7. Juni Jugendbekenntnisfeier des Dekanates Hümmling mit 8000 Teilnehmern in Spahn-Harrenstätte (Festplatz im Tickelbusch).
Seit 1950 reduziert sich der Pferdebestand der Bauern drastisch.
Mit den sie ersetzenden Traktoren beginnt der endgültige Siegeszug der modernen Maschinengestützten Landwirtschaft.
Damit verbunden ist auch das Ende der Heuerlingswirtschaft in beiden Dörfern und ein stetiges Anwachsen des Wohlstands.
Der Kurs einer forcierten Modernisierung führt - v.a. seit den späten 60er Jahren - zum Bauernsterben, so dass – Stand heute – nur noch wenige, sehr große und umsatzstarke Betriebe existieren.
Der Großteil der Bevölkerung ist abseits vom Dorf in Industrie und Dienstleistung beschäftigt.

1951
Weihe des Jugendheimes in Spahn-Harrenstätte.
Friedhof wird neu angelegt.
Bau eines Flüchtlingsheimes (Höger Weg) für 5 Familien.
Gründung der Landjugend, ab 1962 KLJB e.V..
Neuaufbau der Feuerwehr für beide Gemeinden (12.02.1951).

1952
Pastor Wilhelm Stangier bis 1960.
Einweihung des neuen Sportplatzes.
Ausbau der Straßenbeleuchtung durch 16 neue Brennstellen.
25. Mai: Gründung der Kolpingsfamilie. 45 Mitglieder aufgenommen.

1953
Umbau der Harrenstätter Gemeindeviehwaage.
Gründung der Kolpingsfamilie in Spahn-Harrenstätte.
Bau der Wohnung für den Molkereimeister (Ginten).
Die ersten Trecker laufen im Dorf.
Bau des ersten Feuerlöschteiches beim Jugendheim.
Ausbau einer Teilstrecke zwischen Spahn und Harrenstätte von Klaas bis Stevens -Nr. 58.
Lehrerin Fräulein Maria Holtmann aus Spahn (Antritt).

1954
Beginn der Bauarbeiten an der Betonstraße der Ortsdurchfahrt durch Spahn.

1956
Neues Pestkreuz erstellt und der Platz eingezäunt.
Auf Friedhof Errichtung eines neuen dreifachen Steinkreuzes.
Johann Ahrens Bürgermeister in Spahn bis 1.5.1961.

1957
Fertigstellung der Landstr. Sögel-Spahn-Harrenstätte - Werlte.
Die pol.Gemeinden Spahn u. Harrenstätte übernehmen von der Kirchengemeinde das Jugendheim in Verwaltung auf vorerst 10 Jahre.

1958
Schützenkönig Gerhard Jansen, Veen 12
Am 02.03. brennt Hof Klaas in Harrenstätte nieder, 1960 und 1965 die Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Hofstellen Oldopp (Harrenstätte) und Brinker (Spahn).

1959
Die Freiwillige Feuerwehr erhält eine Tragkraftspritze sowie das notwendige Schlauchmaterial.
Erst im Juni 1975 empfängt sie ein erstes Löschgruppenfahrzeug, welches in der zum Feuerwehrgerätehaus umgebauten Alten Viehwage in Harrenstätte (vormals alte Schule) untergebracht ist.

1960
Pastor Johannes Bartels bis 1965

1961
Heinrich Lammers Bürgermeister in Spahn

1963
Am 28.12. Aufnahme des Sportvereins in die DJK.
Lehrer Helmut Osterbrink in Spahn.
Schützenfest erstmals auf dem Schützenplatz/Sportplatz, vorher bei Hensen.

1964
Explosion der Nordwest-Ölleitung zw. Wilhelmshafen und Köln-Wesseling im sog. Busk an der Werlter Straße in Harrenstätte.
Folge: Massive Ölverschmutzungen und Umweltfolgeschäden.

1964
Priesterweihe Bernhard Wigbers

30.06.1964
Harrenstätte zählt 573 und Spahn 413 Einwohner

1965
Pastor Arnold Kunze bis 1967

1966
Spahn und Harrenstätte werden zu einer politischen Gemeinde vereint.

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